Die Alraune war die mächtigste und berühmteste Pflanze des Mittelalters. Sie zu besitzen, verhalf zu Reichtum, Ansehen und Glück, sie machte fruchtbar oder unverwundbar, sie half den Liebsten zu erringen oder Prozesse zu gewinnen. Das eigentlich Interessante war aber die Wurzel, die einem Männchen ähnlich sah, dem „Glücksmännlein“. Sie musste ausgegraben werden. Das war freilich nicht einfach. Es gibt verschiedenste Überlieferungen: zu Mitternacht der Johannesnacht, an einem beliebigen Freitag vor Sonnenaufgang, ein Jahr nachdem jemand gehängt wurde. Da das Männlein beim Ausgraben fürchterlich schreit, muss man sich die Ohren verstöpseln. Da man die Wurzel auch nicht selber ausgraben darf, soll der Schwanz eines Hundes an diese gebunden werden. Dieser muss sie ausreißen und wird dann sterben. Schließlich wird das „Männlein“ mit Wein gewaschen und in Samt und Seide gekleidet. Oft wurde für diese universelle Zauberpflanze eine eigene Ecke eingerichtet. Dass die Alraune giftig ist, war schon in frühester Zeit bekannt. Hippokrates soll sie in sehr geringer Dosierung gegen Angst und Depressionen verwendet haben. In der Antike wurde sie wegen ihrer schmerzstillenden Wirkung angewandt.

Kleine lateinische Namenskunde
officinárum = Apotheken-
Latein. Name:Mandragora officinarum var. autumnalis
Pflanzenfamilie:Nachtschattengewächse
Deutscher Name:Alraune
Volksnamen:Zauberwurzel, Alraunwurzel
Lichtansprüche:Sonne bis Halbschatten
Wuchshöhe:25 cm
Blütezeit:IX-XI
Blütenfarbe:purpurn
Lebenszyklus:Ausdauernd
Winterhärte:Winterhart
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